Grußworte BM Dr. Walter Geppert

Die Stiftung Genesungsheim Kalksburg ist untrennbar mit Primarius Dr. Rudolf Mader verbunden. Sie wurde 1961 von Univ. Prof. Dr. Hans Hoff, dem Vorstand der Wiener Psychiatrischen Universitätsklinik, mit Unterstützung des damaligen Sozialministers Anton Proksch, dessen Namen sie derzeit trägt, und des Chefarztes der Wiener Gebietskrankenkasse und des Hauptverbandes Dr. Emil Tuchmann geschaffen. Was als Experiment in der Behandlung und Erforschung von Suchtkrankheiten ins Leben gerufen wurde, ist inzwischen als „Modell Kalksburg“ zu einer richtungsweisenden Institution für das In- und Ausland geworden. Mit ein Anlass dafür war und ist Mader mit seinem Team. Die aus Anlass des 60jährigen Geburtstages von Primarius Dr. Rudolf Mader der Öffentlichkeit vorgelegte Festschrift bestätigt das.

Primarius Dr. Mader gehört der „Mannschaft“ in Kalksburg bereits über 20 Jahre an. Seit 1973 ist er, von der Wiener Psychiatrisch-Neurologischen Universitätsklinik kommend, in Kalksburg tätig. 1976 wurde Mader dessen ärztlicher Leiter. Jene Kenntnisse und Erfahrungen, die er unter Hans Hoff erwarb, inzwischen vertiefte, dem veränderten gesellschaftlichen Umfeld anpasste, haben gepaart mit hohem persönlichen Einsatz und Geschick wesentlich das therapeutische Konzept der Stiftung Kalksburg mitbestimmt.

Österreich ist bedauerlicherweise nach wie vor ein Land, in dem der Alkohol einen nicht unbeachtlichen Stellenwert im gesellschaftlichen Leben einnimmt. Die gesundheitlichen Schäden, die er an leider nicht wenigen Menschen verursacht, werden in Kalksburg und mit ihm vergleichbaren medizinischen Einrichtungen mit großem Erfolg bekämpft. Dem Genesungsheim Kalksburg kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Die außerordentlich hohe Quote erfolgreich Behandelter und wieder in die Gesellschaft integrierter Patienten zeigt die Richtigkeit des in Kalksburg beschrittenen Weges.

Außer Zweifel steht, dass die Drogenabhängigkeit ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, dessen Bewältigung nur durch gemeinsame Anstrengungen aller erreichbar ist. Auch die Sozialversicherung hilft mit, was bereits durch deren Stellung als einer der Gründer der Stiftung unterstrichen wird. Zahlreich sind die Maßnahmen, mit denen dem Alkohol- und Drogenmissbrauch entgegen zu wirken versucht wird. Ein wichtiger Baustein ist neben ärztlicher und psychotherapeutischer Hilfe auch die Gesundheitsvorsorge (Prävention).

Unser Jubilar ist auch als Autor vieler Publikationen zum Thema der Abhängigkeiten bekannt. Als Präsident der Stiftung freue ich mich besonders, dass wir mit der gegenständlichen Festschrift ihm persönlich für seine Leistungen und sein Wirken herzlich danken können.

Dr. Walter Geppert

Präsident der Stiftung Anton Proksch-Institut Wien (1989-2009)