Das Anton Proksch-Institut unter der Leitung von Rudolf Mader

1976

Univ.-Prof. Dr. Kornelius Kryspin-Exner folgt einem Ruf als Ordinarius für Psychiatrie und Neurologie an die Universität Innsbruck. Prim. Dr. Rudolf Mader wird ärztlicher und geschäftsführender Leiter des Anton Proksch Instituts.

Univ.-Prof. Dr. Alfred Springer übernimmt die Leitung des Ludwig Boltzmann Instituts für Suchtforschung.

1977

Durch Neustrukturierungen der Frauen- und Männerabteilung werden insgesamt 193 Betten geschaffen.

In Zusammenarbeit zwischen dem Anton Proksch Institut und dem Ludwig Boltzmann Institut für Suchtforschung wird die Wiener Zeitschrift für Suchforschung herausgegeben. Sie ist eine der wichtigsten Publikationen dieser wissenschaftlichen Disziplin. MitarbeiterInnen beider Institute und ExpertInnen aus dem In- und Ausland bilden die Redaktion. Die Wiener Zeitschrift für Suchtforschung schließt eine wichtige Lücke in den Publikationen des deutschsprachigen Raumes.

1978

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wien wird ein Übergangswohnheim für Drogenabhängige mit 12 Betten errichtet.

1979

Das Anton Proksch Institut wird gemäß des Ärztegesetzes als Ausbildungsstelle zum Facharzt für das Sonderfach Psychiatrie und Neurologie anerkannt.

Vom 12. bis 15. Juni 1979 findet die Arbeitstagung über „Theoretische und therapeutische Fragestellungen in der Suchtforschung“ statt. Veranstalter sind das Anton Proksch Institut und das Ludwig Boltzmann Institut für Suchtforschung.

1980

Die Langzeittherapiestation für Drogenabhängige wird durch Verlegung der Station nach Mödling auf 50 Betten erweitert. Die Bettenkapazität des Instituts beträgt nun 225.

Am 17. und 18. Oktober findet die „Cannabis-Arbeitstagung über medizinische und sozialwissenschaftliche Aspekte des Cannabiskonsums“ statt. Veranstalter ist das Anton Proksch Institut.

1981

Eine dritte, 30 Betten umfassende Abteilung zur Behandlung alkohol- und medikamentenabhängiger Männer wird in einem Neubau errichtet, wodurch die Bettenkapazität auf 255 Betten erweitert wird.

Im Anton Proksch Institut wird der Forschungstätigkeit von Beginn an breiter Raum gewidmet. Die Dokumentation und die Bibliothek werden im Neubau ausgebaut. Ein Übergangswohnheim für Alkoholkranke mit 10 Betten wird eröffnet.

Im Juni 1981 findet das „27. Internationales Seminar zur Verhütung und Behandlung des Alkoholismus“ statt. Zwei Tage später findet das „11. Internationale Seminar zur Verhütung und Behandlung der Drogenabhängigkeit“ statt. Veranstalter ist jeweils das ICAA in Zusammenarbeit mit dem Anton Proksch Institut.

Zusammenarbeit mit dem Land NÖ: Die ersten Verträge mit dem Land NÖ, damals noch ausschließlich in Drogenberatungsstellen, werden bereits 1981 und 1983 abgeschlossen. Im Rahmen des „Neuen Suchtkonzepts NÖ“ und dem daraus resultierenden Suchtplan „NÖ 2000“ gibt es heute Verträge für die Suchtberatungsstellen an den Standorten Baden, Mödling, Neunkirchen und Wiener Neustadt.

1982

Das EEG–Labor erhält eine Computeranlage und wird somit zur elektrophysiologischen Forschung erweitert.

1984

In Österreich wird eine Erhebung durchgeführt, welche ergibt, dass 67 Prozent der Österreicher den Namen „Kalksburg“ kennen und mit der Behandlung Alkoholkranker in Verbindung bringen. Es zeigt sich, dass „Kalksburg“ innerhalb Österreichs zu einem Begriff geworden ist. „Kalksburg“ hat dazu beigetragen, dass die Einstellung der Bevölkerung zur Behandlung Alkoholkranker und Drogenabhängiger zunehmend positiver wird. International hat sich der Name Anton Proksch Institut durchgesetzt.

1985

Groß angelegte Umbauarbeiten des ältesten Gebäudes und auch des ersten Neubaus werden vorgenommen. Beide Häuser werden grundlegend renoviert. Alle Krankenzimmer, Dienstzimmer, Aufenthaltsräume und das medizinische Labor werden komplett neu möbliert und auf den neuesten Stand gebracht. Auch die sanitären Anlagen sind komplett neu ausgestattet. Der Eingang in das Haupthaus wird an zentraler Stelle neu errichtet. Dieser Umbau bringt die bisher größten finanziellen Aufwendungen mit sich, welche die Stiftung bisher getragen hat.

1986

Alfred Dallinger wird Präsident der Stiftung.

Die Gründung des „Grünen Kreises“ durch den Leiter der Langzeittherapie Mödling, Prim. Dr. Günter Pernhaupt, führt zu Auffassungsunterschieden zwischen der Leitung des Anton Proksch Instituts und ihm. Das Kuratorium des Anton Proksch Instituts löst daraufhin das Dienstverhältnis. Aufgrund dessen kommt es im März zu einer Hausbesetzung der Langzeittherapie durch 41 PatientInnen und einem Teil des Personals. Im April wird die Hausbesetzung beendet.

Durch Umstrukturierungen beträgt die Bettenkapazität nun 243 Betten.

Sonja Schneider (Dipl. KH-BW) übernimmt am 15. April die Agenden der Verwaltungsdirektion im Anton Proksch Institut von ihrem Vorgänger Ludwig Eder.

Im Mai 1986 findet das internationale Symposium „Suchtmodelle und Behandlungsstrategien“ in Baden bei Wien statt, veranstaltet durch das Anton Proksch Institut.

1988

Eine Kurzzeittherapiestation für Drogenabhängige mit 10 Betten wird in Betrieb genommen. Die Bettenkapazität beträgt insgesamt 253 Betten.

1989

Am 23. Februar verunglückt Alfred Dallinger. Der ihm nachfolgende Bundesminister für Arbeit und Soziales, Dr. Walter Geppert, wird Präsident der Stiftung.

1991

Im Rahmen des internationalen Symposiums „Neue Wege in der Suchtbehandlung“ wird das 30-jährige Bestehen des Anton Proksch Instituts in Baden gefeiert.

1993

Das Anton Proksch Institut wird zur Ausbildungsstelle für Klinische- und GesundheitspsychologInnen.

1995

Entsprechend dem Wiener Krankenanstaltengesetz, das die Einsetzung einer Kommission zur Qualitätssicherung vorschreibt, wird im Anton Proksch Institut eine Qualitätssicherungskommission eingerichtet.

Auf dem Grund des alten Wirtschaftsgebäudes wird am 25. Oktober ein weiterer Neubau, nach nur eineinhalb jähriger Bauzeit, eröffnet. Die Baukosten von rund 50 Millionen Schilling werden zur Gänze aus Eigenmitteln finanziert. Der Neubau bietet neben weiteren, hellen und freundlichen PatientInnenzimmern ein großzügiges Atrium mit Glasdach und biologischer Klimatisierung, Aufenthaltsräume sowie eine Cafeteria. Außerdem werden ein modern ausgestattetes psychologisches Labor und ein medizinisches Labor eingerichtet.

1997

Der „Treffpunkt“ - Drogenberatung und Vorbetreuung, Spezialambulanz für Substitution wird gegründet.

1999

Prim Dr. Rudolf Mader wird zum Professor ernannt. Ein weiterer Anbau wird auf dem zuvor angekauften Grund der Mackgasse 11 eröffnet. Es entsteht ein dreistöckiger Neubau, welcher dem Verwaltungspersonal neue Büros bietet. Seminarräume für PatientInnen, Physiotherapieräumlichkeiten, ein Fitnessstudio und zwei Untersuchungszimmer für KonsiliarmedizinerInnen werden geschaffen.

 

2002

Die Alkoholinformations- und Koordinationsstelle (AKIS) wird als gemeinsames Projekt des Anton Proksch Instituts und des Bundesministeriums für Gesundheit, unter der Leitung von Dr. Alfred Uhl, ins Leben gerufen. Aufgabe dieses primär vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierten Bereiches ist es, alkoholrelevante Informationen zu sammeln, dem Bundesministeriumfür diesen Bereich beratend zur Verfügung zu stehen und diese Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

2001

Das Projekt „Abendklinik“ als teilstationäres Therapieangebot für suchtkranke Männer und Frauen wird etabliert und stellt eine Ergänzung zum stationären und ambulanten Behandlungsangebot dar.

Im November wird Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek von Prof.Prim. Dr. Mader als Primarius am Anton Proksch Institut mit der Leitung der Abteilung II für alkohol- und medikamentenabhängige Männer betraut.

2002

Im Rahmen der EU Initiative „EQUAL I“ wird als Teil der Wiener Entwicklungspartnerschaft „drug addicts @ work“ der sozialökonomische Betrieb „gabarage – upcycling design“, unter der Federführung von Prim. Dr. Wilhelm Burian und DSA Gabriele Gottwald-Nathaniel, MAS gegründet.

Das Lernzentrum, finanziert aus den Mitteln des „Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds“ (waff), wird ins Anton Proksch Institut eingegliedert.

2003

Ein weiterer Neubau entsteht. Auf dem Grund der Gräfin-Zichy- Straße 6 wird ein neues bettenführendes, dreistöckiges Haus für Frauen erbaut. Die Frauenstation im ehemaligen „Klausenhof“ wird geschlossen, das Gebäude verkauft. Der neue Bau bietet neben den PatientInnenzimmern, neue Ambulanzräumlichkeiten, Therapiezimmer, Räumlichkeiten für die Aktivierungstherapie und weitere Seminarräume für Gruppentherapien.