Die Gründung des Genesungsheimes Kalksburg

1956

Univ.-Prof. Dr. Hans Hoff kann den Bundesminister für soziale Verwaltung, Anton Proksch, für seine Idee der Errichtung einer Trinkerheilstätte gewinnen. Das Kuratorium „Stiftung Genesungsheim“ wird gegründet. Die konstituierende Sitzung findet am 5. Dezember unter der Schirmherrschaft von Anton Proksch statt. Die Errichtung des Genesungsheimes für Alkoholkranke in der Liegenschaft Mackgasse 7 wird beschlossen, nachdem das Objekt bereits am 12. April besichtigt wurde. Das Kuratorium umfasst 12 Gründungsmitglieder und 6 Gründungsinstitutionen.

Gründungsmitglieder

 

Präsident

Sozialminister Anton Proksch

Vizepräsidenten

     

Univ.-Prof. Dr. Hans Hoff

Hofrat Dr. Johann Neubauer

Kuratorium

  • Seine Eminenz Erzbischof DDr. Franz König
  • Dipl.-Ing. Karl Waldbrunner - Bundesministerium für Verkehr und Elektrizitätswirtschaft
  • Franz Jonas - Landeshauptmann und Bürgermeister von Wien
  • Nationalrat Johann Böhm - Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes
  • Bundesminister a.D. Karl Maisel - Präsident des Österreichischen Arbeiterkammertages
  • Obersanitätsrat Chefarzt Dr. Emil Tuchmann – Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger
  • Sanitätsrat Chefarzt Dr. Wilhelm Baier
  • Rechtsanwalt Dr. Christian Broda

 

Gründungsinstitutionen

  • Bundesministerium für Soziale Verwaltung
  • Bundesministerium für Verkehr und Elektrizitätswirtschaft
  • Hauptverband der Sozialversicherungsträger
  • Gemeinde Wien
  • Arbeiterkammertag
  • Österreichischer Gewerkschaftsbund

 

1957

Am 16. März 1957 melden die Zeitungen, dass das Sozialministerium die ersten 200.000 Schilling zur Verfügung stellt, um das Genesungsheim zu errichten. Univ.-Prof. Dr. Hans Hoff übernimmt die Leitung des „Genesungsheims Kalksburg“, das ein für damals revolutionäres Konzept für die Behandlung Alkoholkranker mit drei wesentlichen Bestandteilen entwickelt:

  1.  Freiwillige Aufnahme
  2. Behandlung innerhalb der therapeutischen Gemeinschaft
  3.  Ambulante Nachbehandlung

 

Dieses Konzept bringt für Österreich und den gesamten deutschsprachigen Raum eine entscheidende Wende in der Behandlung Alkoholkranker und Medikamentenabhängiger.

Von der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter wird als Standort des Genesungsheims das Areal und Gebäude samt großem Gartengrundstück in der Mackgasse 7 im 23. Wiener Gemeindebezirk mittels Pachtvertrag auf 99 Jahre zur Verfügung gestellt. Die Gesamtgrundfläche umfasst 7.426m².

1958

Das Gebäude, ein ehemaliges Erholungsheim für Arbeiter, ist in einem desolaten Zustand. Notwendige Adaptierungsarbeiten am Gebäude Mackgasse 7 werden begonnen. Das Gebäude des ehemaligen Erholungsheims wird instand gesetzt und aufgestockt. Zusätzlich wird ein eigenes Gebäude für die

Arbeitstherapie errichtet. Die Arbeiten können mit Jahresende 1960 vollendet werden. Auch die medizinische Einrichtung des Genesungsheims ist fertiggestellt.